Eltern und Kinder - eine lebenslange Beziehung

Mama – Papa – Kind! Keine andere Beziehung ist so wichtig für einen Menschen wie die zu den eigenen Eltern. Von der Geburt an prägen sie den größten Teil deines Lebens – und das nicht nur in genetischer Hinsicht. Auch wenn du dich gerade als Jugendlicher oft über sie ärgerst, sind sie doch diejenigen, auf die du fast in jeder Situation bauen kannst.

Wie du aussiehst, bestimmen die Gene der Eltern

Jeder Mensch hat einen Vater und eine Mutter, zumindest in biologischer Hinsicht. Sie geben dir deine genetischen Merkmale mit. Welche das sind, ist ganz unterschiedlich. Vielleicht hast du dieselbe Nase wie dein Vater oder die gleichen Augen wie deine Mutter. Deine Eltern haben ihre Gene ebenfalls von ihren eigenen Eltern, deinen Großeltern. Deswegen sind Ähnlichkeiten mit anderen Familienmitgliedern ganz häufig. Dann hörst du auf Familienfesten öfter einmal, dass du aussiehst wie Großonkel Karl oder die gleichen Marotten hast wie Tante Marlene. Manchmal scheinst du niemandem ähnlich zu sein. Dann schlagen sogenannte rezessive Gene durch, die in den Genen deiner Familie verborgen sind. Selbst wenn alle in deiner Familie dunkle Haare haben, kannst du ganz blond sein. Ob du wirklich das Kind deiner Eltern bist, lässt sich sogar medizinisch durch einen DNA-Test feststellen.

Neue Familienstrukturen

Früher waren Familien überschaubarer, denn Eltern blieben meistens ihr ganzes Leben lang als Familie zusammen. Die Kernfamilie bestand aus Vater, Mutter und Kind oder Kindern. Dazu kamen Großeltern, Onkel und Tanten und deren Kinder. Heute trennen sich viele Eltern, und du lebst mit einem Elternteil und dessen neuem Partner zusammen. Manchmal ist das problematisch, wenn du mit der Situation nicht so gut zurechtkommst und deinen Stiefvater oder die Stiefmutter nicht magst. Aber wenn du Glück hast, hast du sogar mehrere Väter und Mütter, deine leiblichen Eltern und die neuen Lebenspartner.

Eltern können ganz schön nerven

Solange du noch klein bist, sind deine Eltern das Wichtigste auf der Welt. Sie beschützen dich, bringen dir alles bei, was du zum Leben wissen musst und helfen dir dabei, erwachsen zu werden. Als kleines Kind bist du auf die Fürsorge von Mama und Papa angewiesen. Du hältst deine Eltern für allwissend und meistens hörst du auf das, was sie sagen. Das ändert sich jedoch, wenn du älter wirst. Du lernst, dass auch deine Eltern Fehler machen und dass sie nicht immer recht haben. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden, denn damit beginnt der Prozess der Abnabelung. Du möchtest mehr Freiheiten haben und lehnst dich gegen die Gebote der Eltern auf. Der Stress mit Mutter und Vater wächst mit jedem Tag.

Mama ist so peinlich

Das denkst du bestimmt öfter einmal. Und das ist verständlich – aus deiner Sicht. Wenn deine Mama dich dauernd zur Schule begleitet, während alle anderen alleine kommen, gefällt dir das nicht. Wenn sie dir dann noch ein Küsschen zum Abschied geben will, empfindest du das als peinlich. Der Gipfel der Peinlichkeit ist erreicht, wenn deine Eltern auf Familienfesten oder noch schlimmer deinen Freunden Anekdoten aus deiner Kinderzeit erzählen oder sogar Fotos davon zeigen. Deine Eltern meinen das nicht böse, für sie sind diese Geschichten schöne Erinnerungen an vergangene Zeiten. Ihnen ist meist gar nicht bewusst, wie furchtbar du das findest. Rede mit ihnen darüber, und sage ihnen, wie du dich dabei fühlst.

Die Pubertät – Weg zum Erwachsenwerden

Das Verhältnis zu den Eltern ist besonders problematisch, wenn du in die Pubertät kommst. Plötzlich scheinen sie sich in alle deine Sachen einzumischen und machen dir ständig Vorschriften. Wenn du dich auch oft über deine Eltern aufregst, bedenke, dass auch für sie diese Phase sehr schwierig ist. Sie müssen lernen, dich loszulassen und dich deinen eigenen Weg gehen zu lassen. Bisher war es ihre Aufgabe, dich vor Gefahren zu schützen und nun müssen sie zusehen, wie du dich langsam von ihnen entfernst. Sie empfinden dich als launisch und kommen damit nicht gut klar. Manchmal reagieren sie mit harten Regeln und Vorschriften, die dir nicht gefallen. Versuche in solchen Situationen mit deinen Eltern zu reden. Wenn das nicht klappt, können manchmal die Großeltern oder eine andere neutrale Person vermittelnd eingreifen. Wenn die Situation so angespannt ist, dass Kompromisse nicht mehr möglich sind, hilft manchmal Abstand. Vielleicht erlauben dir deine Eltern, ein paar Tage bei den Großeltern oder Freunden zu verbringen oder eine Jugendreise zu unternehmen. Während der Trennung können sich alle etwas beruhigen.

Manchmal magst du Papa lieber als Mama oder umgekehrt

Während der Pubertät passiert es häufig, dass du mit einem Elternteil besser zurechtkommst. Viele Mädchen vertragen sich jetzt besser mit dem Vater, manche Jungen dagegen mit der Mutter. Das heißt aber nicht, dass du den einen weniger lieb hast als den anderen. Das ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt. So schwierig die Pubertät für alle Beteiligten auch ist, sie ist notwendig, damit du zu einem selbstbewussten Erwachsenen werden kannst. Später entspannt sich das Verhältnis wieder, und du kannst eine ganz neue Beziehung zu beiden Elternteilen aufbauen.

Auseinandersetzungen müssen sein!

Stress mit den Eltern lässt sich gerade in der Pubertät nicht vermeiden. Das wäre auch gar nicht gut. Nur durch die Auseinandersetzung mit ihnen kannst du zu einer eigenständigen Persönlichkeit werden. Das heißt natürlich nicht, dass du dich ständig mit ihnen streiten musst. Rede mit ihnen. Sage ihnen, wie es dir geht, was du willst und wie du dich fühlst. Die meisten Eltern sind froh, wenn ihre Kinder ihnen von ihren Problemen erzählen. Gemeinsam lassen sich häufig richtig tolle Lösungen finden, die für alle das Leben einfacher machen.

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