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Campingplatz – was ist denn das?

Campingplatz für JugendreisenObwohl jedes Jahr Millionen Menschen auf einem Campingplatz Ihren Urlaub verbringen, fehlt es an konkreten Vorstellungen. Die Ideen reichen von spießig (so was machte meine Oma mal, ganz früher) bis abenteuerlich oder von “Party ohne Ende“ bis zu “Ruhe in der Natur“. Die Erwartungen an den Komfort gehen von rustikal bis luxuriös. Das Lustige an der Sache ist: alle Vorstellungen stimmen – irgendwie.

Wo kommt das Wort Camping her?

Der Begriff geht auf das lateinische Wort “Campus“ zurück und bedeutet nichts weiter als Feld, eine offene Fläche, also eine nicht bebaute Ebene. Die Felder wurden auch in großen Städten als militärisches Übungsgelände genutzt. Der freie Platz „Campus Martius“ war im antiken Rom ein Ort für Truppenübungen und Volksversammlungen. Auch der „Champ de Mars“ in Paris diente ursprünglich diesem Zweck. Viele Städte haben auch heute noch Grünflächen mit diesem Namen und auch das „Märzfeld“ hat diesen Ursprung. Das Leben auf einem Campus war damals gleichbedeutend mit einer Wehrübung und sicher wenig vergnüglich. Mit Urlaub und Reisen hatte der Aufenthalt nichts zu tun.

Obwohl es keine durchgehende Tradition gab, griff man den Begriff des Campus auf, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr Menschen zum Vergnügen reisten. Wer sich kein Quartier leisten konnte, übernachtete auf dem freien Feld: er machte Camping.

Tourismus einst und jetzt

Über Jahrhunderte hinweg waren Reisen nur wenig beliebt. Man verließ seinen Wohnsitz eigentlich nur, wenn es sein musste. Schließlich waren solche Unternehmungen beschwerlich, als Transportmittel dienten die eigenen Füße, Pferde- oder Ochsenkarren. Nur sehr reiche Menschen konnten sich eine Fahrt in einer geschlossenen ungefederten Kutsche auf unbefestigten Wegen leisten. Lediglich der Adel reiste zum Vergnügen, meist um der schlechten Witterung zu entkommen. Reiche leisteten sich auch Kuraufenthalte bei einer angegriffenen Gesundheit. Niemand wäre auf die Idee gekommen, ohne Not im Freien zu übernachten. Die Menschen versuchten, mit Beginn der Dunkelheit in einer Herberge unterzukommen. Wilde Tiere und Räuber waren eine Bedrohung für jeden, der sich ungeschützt zum Schlafen legte. So viel Abenteuer schätzen die wenigsten Menschen.

Bauern, Handwerker und später auch Arbeiter konnten sich einen Urlaub nicht leisten. Sie arbeiteten jeden Tag, meist sogar an Sonntagen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich etwas. Arbeiter bekamen Urlaub und konnten sich bescheidene Reisen erlauben. Die Ausrüstung war zu Beginn eher dürftig: die Reisenden nahmen oft nur ein paar Decken von zu Hause mit, um darunter zu nächtigen. Zu dieser Zeit brauchte niemand mehr Angst vor Wölfen oder Räubern in den Wäldern zu haben. Übrigens wurde bereits 1931 in Deutschland der erste Wohnwagen gebaut. Die Industrie produzierte bald auch erste Zelte, Luftmatratzen und Kocher, um den Bedarf der Camper zu decken.

Leben auf dem Campingplatz

Wann der erste Campingplatz eingerichtet wurde, ist unbekannt. Ursprünglich fand das Campen ohne jeden Komfort in der freien Natur statt. Der Wunsch, an einem schönen Ort Urlaub zu machen, hat sicher dazu geführt, dass in bestimmten Gebieten immer mehr Menschen campten. Angeblich hat ein findiger Bauer aus Ostfriesland eine seiner Wiesen in Parzellen aufgeteilt und an Camper vermietet. Andere behaupten, der erste Campingplatz sei im Allgäu entstanden. Eines steht fest, das Leben auf diesen Plätzen unterschied sich kaum vom Campen auf einer Wiese. Die sanitären Anlagen bestanden aus einem Plumpsklo und einem Wasserschlauch mit kaltem Wasser.

Das änderte sich schnell und das nicht nur, weil gesetzliche Auflagen in vielen Länden einen Mindeststandard vorschrieben. Je mehr Geld den Menschen zur Verfügung stand, umso mehr Komfort wurde gewünscht. Die Reisenden zogen nicht mehr auf den Campingplatz, weil sie sich kein anderes Quartier leisten konnten, sondern weil es ihnen gefiel. Bis heute sind die meisten Camper aus Überzeugung auf dem Campingplatz. Sie können sich eine andere Art des Urlaubs nicht vorstellen.

Wahrheit und Vorurteil

Damit schließt sich der Kreis zu den bereits erwähnten Vorstellungen. Jeder Campingplatz ist anders. Es gibt viele Wohnwagensiedlungen, in denen oft das ganze Jahr über Menschen wohnen. Eine gewisse “Gartenzwergromatik“ ist diesen Plätzen nicht abzusprechen. Manche Anlagen liegen idyllisch in der Natur. Nach einem Schnellrestaurant oder einer Waschmaschine sucht man vergebens. Das Leben auf diesen Plätzen ist noch echtes Abenteuer. Entlang von Flüssen, die zum Kanufahren einladen, oder an Radwegen, kann Camping auch heute noch mit Abenteuer verbunden sein. Wer eine Party ohne Ende feiern möchte, quartiert sich bei einem Festival auf einem der mobilen Plätze ein. Dort wird meist rund um die Uhr gefeiert.

Der besondere Reiz des Campens ist der, mit gleichgesinnten Menschen eng beieinander zu leben, keine trennenden Mauern zwischen sich und dem Nachbarn zu haben. Der Camper geht aus dem Zelt und ist in Gesellschaft. Auf einem Campingplatz findet jeder sofort Anschluss. Nirgends ist es leichter, Menschen kennenzulernen, als auf einem Campingplatz.

Was braucht man zum Camping

Neben der Bereitschaft, auch bei schlechtem Wetter gut Laune zu behalten, ist eigentlich kaum etwas erforderlich. Zelt, Schlafsack und Isomatte sind kein Muss, denn viele Plätze bieten fertig eingerichtete Zelte oder Wohnwagen an. Die meisten Camper ziehen aber einen eigenen Schlafsack vor. Kocher und Geschirr sind nur nötig, wenn diese nicht vom Platz gestellt werden und man selber kochen möchte. Viele Plätze haben ein günstiges Restaurant, trotzdem ist ein kleiner Kocher mit Topf sinnvoll. Es geht nichts über eine Tasse Kaffee vor dem eigenen Zelt.

Vielleicht kennt einer noch das Lied: “Da lachst Dich kaputt, datt nennt man Camping“. In diesem Lied wird eindrucksvoll eine negative Seite des Urlaubs in der Natur angesprochen. Mücken lieben Camper, diese hassen aber Mücken. Ein Moskitonetz, Mückenschutz für die Haut und ein Mittel gegen Juckreiz gehören immer ins Gepäck, wenn es auf den Campingplatz geht.