Spanien

Sonne, Sand und Meer, das sind die Vorstellungen, die sich üblicherweise mit Spanien verbinden. Genau das wird dich in deinem Urlaub dort erwarten. Aber das Land hat mehr zu bieten. Wusstest du, dass es dort Steppen gibt, welche der afrikanischen Savanne ähneln? Auch Hochgebirgslandschaften mit Skigebieten sind typisch für das Land. Lerne die Iberische Halbinsel auch Mal von einer anderen Seite kennen. Amüsiere dich über Kurioses oder erfahre etwas über die Wildtiere, was dir abends am Lagerfeuer Schauer über den Rücken laufen lässt.

Der Name Spanien beruht auf einem Irrtum

Als im 11. Jahrhundert vor Christus Phönizische Seefahrer das Land entdeckten, waren Sie von den großen Kolonien einer Tierart so beeindruckt, dass sie das Land danach benannten. So wurde es “ishapan“ genannt, was “Land der Klippschliefer“ bedeutet. Klippschliefer sind kleine Tiere, die an Murmeltiere erinnern, aber zu den Schliefern gehören. Dies ist eine eigene Spezies, die entfernt mit den Elefanten und Seekühen verwandt ist. Die mehrfache Erwähnung der Tiere als Klippdachse in der Bibel beweist, dass die Völker des Mittelmeerraumes diese Tierart gut kannten. Aber diese Tiere sind nur in Afrika und Teilen Asien verbreitet. In Spanien gab es sie nicht, die Phönizier verwechselten die dort lebenden Kaninchen mit Klippschliefern. Der Name “ishapan“ wurde später von den Römern übernommen, das Land bekam den Namen Hispania, aus dem später “Spanien“ wurde. Sicher eine witzige Kuriosität, dass ein Land den Namen eines Tieres trägt, obwohl es mit diesem nicht zu tun hat.

Ein Tierreich für Lagerfeuergeschichten

Ganz abwegig ist es nicht, afrikanische Tiere in Spanien zu vermuten. Das Land ist durch die Pyrenäen vom übrigen Europa getrennt, die Meerenge von Gibraltar ist an der schmalsten Stelle 14 m breit. Afrika ist nahe und einige afrikanische Tiere sind daher in Spanien in der freien Natur anzutreffen. In Gibraltar gibt es die einzigen frei lebenden Affen in Europa. In weiten Teilen des Landes ist auch der Ichneumon vertreten, eine Mangustenart, die sonst nur in Afrika anzutreffen ist. Aber du erwartest Geschichten, die man am Lagerfeuer erzählen kann. In den Pyrenäen und im Kantabrischen Gebirge, nahe der Atlantikküste, leben Braunbären. Vielleicht streicht eines der Tiere um das Zeltlager, in dem du in Spanien wohnst? Der Iberische Wolf könnte dir auch begegnen. Grusel dich ein wenig bei dem Gedanken, aber Angst ist überflüssig. Die Tiere sind scheu und weichen den Menschen aus.

Elefanten am Meer

Wenn Du in einem der schönen Camps in Malgrat de Mar oder Calella Urlaub machst, kannst du immer auch Ausflüge in die Pyrenäen unternehmen. Das Thema Wölfe und Bären ist also durchaus interessant, aber in diesem Gebiet bietet sich ein anderes Tier an, um darüber zu reden. Es geht um Elefanten. Versetze dich zurück in die Zeit von 218 vor Christus, du bist mitten im 2. Punischen Krieg. Die Karthager sind die Nachfahren der Phönizier, die durch ihre biologischen Kenntnisse dem Land einen falschen Namen gaben. Etwas weiter südlich an der spanischen Mittelmeerküste ist die Stadt Cartagena, das antike Carthago Nova (Neu Karthogo). Vom etwas nördlicher gelegenen Sagunt soll Hannibal mit einem gigantischen Heer von 50.000 Fußsoldaten, 9000 Reitern und 37 Elefanten nach Rom aufgebrochen sein. Das Heer muss in unmittelbarer Nähe vorbeizogen sein, auch gab es heftige Kämpfe mit den damals dort lebenden Kelten.

Kleiner Ausflug in die Geschichte

Ureinwohner des heutigen Spanien waren Kelten, Vasconen und Iberer, diese wurden in vielen Gebieten von den Phöniziern verdrängt. Die mussten den Westgoten weichen, die im 8. Jahrhundert nach Christus von den Mauren vernichtend geschlagen wurde. Die Rückeroberung durch keltische und germanische Nachfahren dauert bis zum Jahr 1492. Spanien wurde zu einer katholischen Weltmacht mit Kolonien in der ganzen Welt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es ein eher rückständiges Agrarland und ist heute ein moderner Industriestaat. Der Mix von verschiedenen Kulturen ist am Land nicht spurlos vorübergegangen. Die Kultur ist vielschichtig. Noch heute gehört der Dudelsack zur spanischen Volksmusik, die keltische Musik ist stark im Kommen. Die Disco-Szene ist aber gewohnt international, dort wirst du ähnliche Klänge hören wie in deiner Lieblingsdisco zu Hause. Übrigens, der moderne Staat ging auf eine Vereinigung der Königreiche von Kastilien und Aragón im 15. Jahrhundert zurück. Andere Gebiete wie das Baskenland oder Katalanien, in dem auch die Jugendcamps Nautic Almata, Malgrat de Mar und Calella liegen, schlossen sich erst später dem vereinigten Königreich an.

Die Landessprache

Es wird dich sicher überraschen, aber es gibt keine spanische Sprache, zumindest nicht in der spanischen Verfassung. Die Sprache, welche du aus der Schule oder als Sprachkursen als Spanisch kennst, ist Kastilisch. Dies ist die Amtssprache, die von allen Behörden wie der Polizei akzeptiert werden muss. Ferner wirst Du in Spanien regionale Amtssprachen antreffen. Diese sind Katalanisch, Aranesisch, Valencianisch, Baskisch und Galicisch. Diese Sprachen müssen neben Kastilisch in der jeweiligen Region akzeptiert werden.

Die Schulen in Spanien

Da es in Spanien eine Schulpflicht bis 16 gibt, haben die jungen Spanier alle die “Educación Primaria“ die 6 Jahre dauert und die „Educación Secundaria Obligatoria (ESO)“, welche vier Jahre dauert, besucht. Die Vorschulerziehung beginnt ab der Geburt und ist freiwillig, die Schulpflicht beginnt mit dem 6. Lebensjahr. Etwa 30 Prozent der Kinder besuchen eine Privatschule. In den Schulen wird ein Teil des Unterrichts in der jeweiligen Amtssprache der Region gehalten. Alle Spanier lernen also grundsätzlich auch Kastilisch. Du wirst dich also in dem Land mit deinen Spanischkenntnissen verständigen können. In der Grundschule wird bereits die erste Fremdsprache unterrichtet. Diese ist meist Englisch, daher kannst Du Dich mit jungen Spaniern meist auch in Englisch unterhalten. Die zweite Fremdsprache ist oft Deutsch. In Spanien ist in allen Schulen die 1 die schlechteste Note und die 10 die beste, daran solltest du denken, wenn du jemanden mit deiner 1 in Spanisch beeindrucken möchtest.

Jugendferien an der Costa Brava

Die meisten Jugendreisen gehen an die Costa Brava im katalanischen Teil Spanien. Der nordöstlichste Küstenstreifen am Mittelmeer, der in der Landessprache “wilde Küste“ heißt, hat ein im Sommer angenehm warmes Klima zwischen 21 °C und 28 °C und Wassertemperaturen von etwa 24° C. Die geschichtsträchtige Region bietet viel Abwechslung. Besonders in den Ausläufern der Pyrenäen kannst du mit dem Mountainbike fahren oder klettern. Die Küste selber ist geprägt von herrlichen Sandstränden. Die Region ist seit Jahrzehnten ein beliebter Anlaufpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt. Hier wirst du schnell Kontakte knüpfen und schnell Anschluss finden. Vielleicht nützt dir die ein oder andere hier erwähnte Episode, um ein Gespräch zu beginnen. Zum Beispiel wie das dort allgegenwärtige katalanische Wappen zu erklären ist. Der Legende nach wurde der katalanische Graf Wilfried der Haarige im Kampf gegen die Sarazenen verletzt. Der fränkische Kaiser Karl der Kahle entdeckte, als er ihn am Krankenlager besuchte, dass dessen Schild kein Wappen zierte. Er tauchte seine Finger in Wilfrieds Blut und zog vier rote Streifen auf das goldene Schild.

Eine weitere witzige Story zum Schluss

Isabellfarbe wirst du kaum in einem Modemagazin begegnen, der schmutzig-braune Farbton, der ein wenig an Milchkaffee erinnert, wird eher als Fellfarbe von Tieren verwendet. Er geht den Erzählungen nach auf die Königin Isabella von Kastilien zurück. Diese soll 1482 geschworen haben, ihr Hemd erst wieder zu wechseln, wenn die Festung Granada wieder in christlicher Hand sei. Die Festung fiel erst 1492, in dieser Zeit soll das Hemd die Isabellfarbe angenommen haben. Andere Quellen sprechen in dem Zusammenhang von der Prinzessin Isabella Clara Eugenia im Zusammenhang mit der Belagerung der Stadt Ostende. Die spanische Prinzessin hatte als Brautschatz die Spanische Niederlande in die Ehe eingebracht und soll von 1601 bis 1604 ihr Hemd nicht gewechselt haben.

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