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Reiseführer Kroatien

Das Land im Norden des Balkans ist seit langem ein beliebtes Ziel vieler Touristen. Beim Gedanken an Kroatien gehen einem Filme wie „Winnetou und Old Shatterhand“, “Free Willy“, “Flipper“ und “Der weiße Hai“ durch den Kopf. Hinzu kommt, dass dieses Land eine wechselvolle und oft sehr unangenehme Geschichte hinter sich hat. Sie hat die Menschen geprägt, ihnen aber nicht die Freundlichkeit genommen.

Eine leidvolle Geschichte

Die heute bei Touristen so beliebten Küstenregionen Istrien und Dalmatien wurden ursprünglich von indogermanischen Illyrern besiedelt. Die Bezeichnung der Regionen geht auf die Stämme Histri und Dalmaten zurück. Die Völker waren in der Antike bekannte Seemächte und als Seeräuber gefürchtet. Die Gebiete gehörten später zum Oströmischen Reich. Aufgrund der Bedrohung durch die Awaren, einem vermutlich aus Afghanistan stammenden Reitervolk, siedelte der byzantinische Kaiser Herakleios Kroaten an. Diese stammten aus Galizien, das im heutigen Polen und der Ukraine liegt. So kam das slawische Volk an die Küste der Adria.

Im Laufe der Geschichte stand das Gebiet meist unter Fremdherrschaft. Nur von 925–1102 gab es ein eigenständiges Kroatisches Königreich. In der Neuzeit prägt der Unabhängigkeitskrieg (1991–1995), der nach dem Zerfall Jugoslawiens stattfand, das Schicksal der Menschen. Viele Kroaten flohen vor dem Krieg, andere erlebten unvorstellbare Gräueltaten. Viele der Jugendlichen wurden nicht in Kroatien geboren, sondern in einem anderen Land. Du kannst davon ausgehen, dass deren Kindheit und Jugend anders verlaufen sind als deine.

Die Landssprache

Das Kroatisch ist ein neuštokavischer Dialekt, der dem Bosnischen, Serbischen und Montenegrinischen sehr ähnlich ist. Die Sprache ist nicht einheitlich. Die Frage “Was“ heißt nach Dialekt ?a, kaj oder što, die Dialekte werden dementsprechend als ?akavisch, Kajkavisch und Štokavisch bezeichnet. In Istrien triffst du auf ?akavisch. Da in Kroatien nicht nur Kroaten leben und Minderheiten geachtet werden, ist Kroatisch nicht im gesamten Land die Landessprache. Du wirst dich ohnehin vermutlich auch ohne Kenntnis der Sprache problemlos mit Kroaten verständigen können. Bedingt durch die Flucht während des Krieges und weil viele Kroaten im Ausland gearbeitet haben, spricht etwa jeder vierte Kroate Englisch und jeder siebte Deutsch.

Schule in Kroatien

Seit 2007 besteht Schulpflicht ab dem 7. Lebensjahr, sie endet mit 18. Sie teilt sich auf 8 Jahre an einer Grundschule und 3 Jahre an einer Fachschule. Statt der Fachschule kann auch für 4 Jahre ein Gymnasium besucht werden. Kroatien hat keine einheitliche Bevölkerung, lediglich die Mehrheit besteht aus Kroaten. In den Schulen findet daher der Unterricht nicht immer auf Kroatisch statt. Je nach Region wird Unterricht in den verschiedenen Muttersprachen der Einheimischen angeboten. Du kannst daher in dem Land auf Menschen stoßen, die ausschließlich Italienisch, Tschechisch, Ungarisch, Serbisch oder Deutsch sprechen.

Von Cowboys und Indianern

Als 1962 der deutsche Filmproduzent Horst Wendlandt damit begann, Karl-May-Bücher zu verfilmen, wählte er Kroatien als Drehort. Filme wie “Winnetou“ und “Der Schatz im Silbersee“ entstanden hier in Gebirgslandschaften mit den weißen Kalkfelsen. Viele Szenen wurden im Nationalpark Plitvicer Seen gedreht. Da die Filme noch heute regelmäßig im Fernsehen gezeigt werden, kennt du vermutlich die wild-romantische Landschaft recht genau, hast diese aber in den USA vermutet. Die schroffen weißen Felsen und das saftige Grün der Vegetation bilden einen reizvollen Kontrast. Daher lohnt es sich, nicht nur am Küstenstreifen zu bleiben.

Vom weißen Hai und Free Willy

Angeblich gibt es in den Gewässern vor der Küste Kroatien weiße Haie. Die größte Wahrscheinlichkeit, einem Hai zu begegnen, hast du aber auf dem Fischmarkt. Obwohl die Fische sich auch im Meer tummeln, sind Sichtungen äußerst selten. Ohnehin gibt es in den letzten 200 Jahren nur 37 verbriefte Weißhai-Angriffe, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai gebissen zu werden, ist etwa so groß, wie von deinem Mathebuch im Bett erschlagen zu werden. Falls du einen großen Fisch zu sehen glaubst, ist es vermutlich kein Fisch, sondern ein Delfin oder ein Wal. Diese tummeln sich gern in Lagunen und Buchten. Die Meeressäuger halten sich bevorzugt in einem Streifen auf, der weniger als fünf Kilometer vom Land entfernt ist. An den Küsten werden viele Bootsausflüge angeboten, bei denen du wahrscheinlich Delfine oder Wale sehen wirst. Allerdings wirst du keinem (Free) Willy begegnen, denn dieser ist ein Orca, also ein Schwertwal. Diese Rasse findet selten den Weg in Mittelmeer. Andere Wale und Tümmler leben dagegen ständig darin und werden häufig in der Adria gesehen.

Adria und das Adriatische Meer

Hast du dich schon einmal gefragt, wieso dieser Teil des Mittemeers Adria genannt wird? Versetz dich in die Lage der alten Seefahrer aus Griechenland oder Phönizien. Als Mensch der damaligen Zeit hast du nur eine ungefähre Vorstellung vom Mittelmeer, die Seefahrer bewegten sich meist entlang der Küsten. Wenn du die griechische Küste entlang segelst, passierst du eine Stelle, die zwischen Italien und dem heutigen Albanien liegt. Italien hat auf der Landkarte bekanntlich die Form eines Stiefels. Zwischen seinem Absatz und dem gegenüberliegenden Land ist eine Stelle, die als Straße von Otranto bezeichnet wird. Die Meerenge ist nur 71 km breit. Die antiken Seefahrer betrachten dies als Eingang zu einem anderen Meer. Dieses mussten sie durchqueren, um zu der damals bedeutenden etruskischen Stadt Adria zu gelangen. Die Stadt liegt etwas südlich von Venedig und ist heute eine unbedeutende Kleinstadt.

Urlaub an der Adria

Das Adriatische Meer wird heute meist kurz als Adria bezeichnet. Es handelt sich um eine lange schmale Bucht des Mittelmeeres, in der nur ein begrenzter Austausch mit dem Wasser des restlichen Mittelmeers stattfindet. Besonders im Norden ist die Strömung sehr gering. Im Bereich der Po-Ebene ist das Wasser durch Zuflüsse aus dem Hinterland verschmutzt, aber an der restlichen Adria ist es klar und sauber. Besonders an der kroatischen Küste triffst du auf herrliches Wasser, das im tiefsten Blau erstrahlt. Im Sommer ist das Wetter angenehm warm und fast immer etwas windig. Die Adria ist ideal, um mit Boten wie Kajaks zu fahren. Auch Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln sowie Angeln wird an dem Meer großgeschrieben. Für Segeln oder Windsurfen ist die Meeresbucht wenig geeignet, weil die Winde nur schwach wehen, zum Wellenreiten fehlt es an den Wellen. Beliebt sind hingegen Trekkingtouren oder Fahrten mit dem Mountainbike im Hinterland.

Jugendreisen nach Kroatien

Viele Veranstalter bieten Reisen nach Istrien an. Dort findest du eine Reihe verschiedener Jugendcamps und Jugendhotels. Das typische Angebot umfasst Strandspiele, Schnorcheln und Mountainbiketouren. Außerdem werden Bootsausflüge nach Venedig oder zu den vorgelagerten Inseln angeboten. Bei diesen Touren kannst du mit etwas Glück Delfine oder Wale sehen. In der bei Jugendlichen beliebten Region wirst du im Sommer immer junge Menschen aus verschiedenen Ländern treffen. Mit diesen kannst du abends am Strand sitzen und feiern.

Noch etwas Kurioses zum Schluss

Die Krawatte ist heute ein Kleidungsstück der eleganten Herrenmode und wird im Business oder zu Familienfeiern getragen. Ursprünglich knoteten sich kroatische Soldaten einen Stoffstreifen um den Hals, um sich vor Kälte zu schützen. Als Louis XIII. kroatische Soldaten anheuerte, kamen diese Halstücher mit den Soldaten nach Frankreich. Bereits wenige Jahre später, etwa um 1650, gehörten die eigentlich nur zweckmäßigen Tücher zur eleganten Mode. Ludwig der XIV organisierte 1667 sogar ein eigenes Regiment ""Royal Cravates"", zu dessen Uniform Krawatten gehörten.

Vielleicht interessieren dich die Modekapriolen wenig, dafür aber etwas anderes. In Kroatien bekommst du eine gelbe Limonade, die den schönen Namen “Pipi“ trägt und eine Nussnugatcreme, die als “Nutti“ verkauft wird. Das sind nette Mitbringsel von deiner Reise, mit denen du zu Hause viel Aufmerksamkeit erregst.