Pisa – mehr als der "Schiefe Turm"

Möchtest du einmal sehen, wie die reichen italienischen Handelsstädte früher ausgesehen haben? Interessiert es dich, wie schief der berühmte Turm von Pisa wirklich ist? Auf deiner Jugendreise nach Italien hast du bei einem Ausflug in die italienische Hafenstadt die beste Gelegenheit, den „Schiefen Turm“ und die Stadt Pisa einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Pisa, eine der vier alten Seefahrerrepubliken Italiens

Pisa liegt an der Mündung des Flusses Arno direkt an der Ligurischen See. Diese günstige Lage führte dazu, dass Pisa im Mittelalter ein ganz bedeutender Handelsort wurde, die Stadt gehörte zu den vier Seefahrerrepubliken Italiens. Dadurch kam sehr viel Geld in die Stadt, das von den Bürgern für wunderschöne Stadtpaläste ausgegeben wurde. In der Blütezeit gab es sogar eine eigene Sprache in Pisa, das sogenannte Pisanisch, das auch heute noch von manchen Einwohnern gesprochen wird. Anfang des 15. Jahrhunderts verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit und büßte damit auch ihre Bedeutung als Handelsstadt ein.

Geburtstort des Galileo Galilei

Wenn du bei PISA nur an die Studie zum Vergleich des Wissensstandes der europäischen Schüler denkst, liegst du ganz falsch. Die italienische Stadt hat mit diesem Kürzel überhaupt nichts zu tun. Dabei stand Pisa schon immer ganz im Zeichen der Bildung. Mehrere Universitäten, an denen Studenten noch heute Jura, Pharmazie, Mathematik und viele weitere Fächer studieren können, gibt es in der Stadt. Die Universität Pisa ist eine der ältesten Universitäten von ganz Italien. Hier hat im 17. Jahrhundert der bekannte Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei seine bahnbrechenden Erkenntnisse über die Sonne und die sie umkreisende Erde gemacht. Der später vom Papst wegen seiner Entdeckungen unter Hausarrest gestellte Galilei ist in Pisa geboren worden.

Warum ist der „Schiefe Turm“ so schief?

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der berühmte „Schiefe Turm von Pisa“, der Glockenturm neben dem Dom auf der Piazza di Miracoli. Schon von Weitem siehst du, wie das Wahrzeichen von Pisa sich stark zur Seite neigt. Vier Grad beträgt die Schieflage derzeit. Die Neigung ist nicht durch Wind entstanden, sondern durch den Bau des Turms auf einem Untergrund aus Morast und Sand, der sich bei der Belastung durch das schwere Gestein verformt hat. Außerdem trägt ein ehemaliges Hafenbecken, das direkt an die Turmfundamente angrenzt, zur Instabilität bei. Trotz dieser Probleme steht der fast 56 Meter hohe Turm seit 1372, ohne umzufallen. Wenn du eine Turmbesteigung unternehmen möchtest, musst du keine Angst haben, denn das Gebäude wird ständig überwacht und regelmäßig saniert. Maximal 40 Menschen dürfen gleichzeitig nach oben und dort das Panorama der Stadt für eine halbe Stunde lang genießen.

Weitere tolle Attraktionen von Pisa

Wenn auch der „Schiefe Turm“ das berühmteste Gebäude von Pisa ist, so solltest du auch den anderen Sehenswürdigkeiten einen Blick schenken. Die direkt nebenan liegende Kathedrale, Dom Santa Maria Assunta, zu der der Turm gehört, und das Baptisterium sind ebenfalls sehr sehenswert. Direkt hinter dem Platz liegt der Camposanto, das Heilige Feld, dem du unbedingt einen Besuch abstatten solltest. Auf dem als „Camposanto Monumentale“ bekannten Friedhof wurden viele Adelige prunkvoll bestattet. Hinter den historischen Bogengängen befinden sich ihre uralten Sarkophage. Zusammen mit dem Turm und dem Dom gehört das Ensemble zum Weltkulturerbe der UNESCO. Auf der Piazza die Cavalieri, dem Ritterplatz, fühlst du dich regelrecht in das Mittelalter zurückversetzt. Vor allem der Palazzo de Cavalieri, der von der berüchtigten Familie Medici erbaut wurde, bietet dir mit seiner mit Statuen geschmückten Treppe einen einzigartigen Anblick.

Durch die romantische Altstadt bummeln

Hast du genug hast von den historischen Sehenswürdigkeiten? Dann spaziere einmal durch die alten Straßen von Pisa. In den verwinkelten Gassen erlebt du echtes mediterranes Flair und entdeckst, wie schön die alten italienischen Handelsstädte einst gewesen sind. Gerade die vier historischen Stadtteile von Pisa sind noch fast unverändert erhalten. Beim Bummeln kommst du an alten Stadtpalästen und kleinen Geschäften vorbei, die in dem typischen Gelb vergangener Zeiten gestrichen sind. Vor allem bei Sonnenschein scheinen die alten Häuser regelrecht zu strahlen.

Auf zum Shoppen!

Zu einem Ausflug nach Pisa gehört ein ausgiebiger Shoppingbummel. Vor allem Mode, Schuhe und Accessoires kannst du hier erwerben. Neben berühmten Designern findest du in kleinen Boutiquen auch weniger teure Kleinigkeiten zum Mitnehmen. Pisa hat drei große Shopping-Meilen. Der „Corso Italia“ ist die wohl bekannteste Einkaufsstraße. Hier findest du fast alles, was das Herz begehrt. Selbst wenn du nichts kaufen möchtest, sind die Schaufenster mit ihren ausgefallenen Dekorationen ein sehr schöner Anblick. Wenn du vom Shoppen nicht genug bekommen kannst, schau dich auf der „Borgo Stretto“ und der Piazza delle Vettovaglie um, die ebenfalls in direkter Nähe zur Altstadt liegen.

Der älteste botanische Garten der Welt

Zur Erholung von deiner Besichtigungstour kehre in eines der vielen kleinen Eiscafés ein oder stärke dich in den Restaurants mit dem leckeren Essen aus der toskanischen Küche. Erholen kannst du dich auch bei einem Spaziergang durch den Botanischen Garten von Pisa. Der bereits 1543 gegründete Garten ist der älteste botanische Garten der Welt und schon deshalb einen Abstecher wert.

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