Kulinarisches in Italien - mehr als nur Pizza

Kulinarisches von Italien
Kulinarisches von Italien
Wenn du spontan sagen müsstest, was dir zu italienischem Essen einfällt, dann jede Wette als erstes: Pizza und Pasta. Und das ist natürlich auch vollkommen richtig, denn gerade Pastagerichte stehen bei den Italienern nicht nur ganz hoch im Kurs, sie haben es geschafft, das Mahl rund um die Nudel zu perfektionieren und regelrecht eine Kunstform daraus zu machen. Und auch die Pizza ist heutzutage fast schon ein Nationalgericht und mit keinem anderen Land der Welt so sehr verbunden , auch wenn die Italiener selbst gar nicht so viel Pizza essen, wie man vielleicht glaubt, und es sich ursprünglich um ein Arme-Leute-Mahl handelte. Und trotzdem: Italienische Küche ist viel faszinierender und raffinierter als die banalen Spaghetti Bolognese.

Italien – eine Esskultur für sich

Wer behauptet, dass Italiener und Spanier viel gemeinsam haben, der erntet dafür in aller Regel einen bösen Blick, nicht selten sogar Spott. Dennoch sind sie sich in einer Sache ziemlich ähnlich: beide haben nicht nur eine sehr ausgeprägte Esskultur, in der die Mahlzeiten zelebriert werden, ihre Küche ist regional auch sehr differenziert. Die Toskana, Sardinien und Sizilien sind nur ein paar Beispiele dafür und sogar bekannte deutsche Einflüsse finden sich auf der italienischen Seite der Südtiroler Alpen wieder. Und plötzlich besteht die italienische Küche nicht mehr nur aus Nudeln und belegtem Teig, sondern begeistert mit unglaublich viel Variationenreichtum. Und noch eines haben Italiener und Spanier gemeinsam: das Frühstück fällt eher spartanisch aus, Mittag- oder Abendessen dafür ausserordentlich reichhaltig, gemütlich und sehr häufig auch in großer Runde, teilweise sogar mit bis zu 6 Gängen.

Das essen die Italiener am liebsten

Pasta – steht natürlich ganz oben auf der Speisekarte. In Italien existieren inzwischen rund 250 verschiedene Nudelsorten und jede Region hat da so ihre ganz eigenen Vorlieben. Doch neben den Klassikern wie Napoli (Tomatensoße), Bolognese (Tomate-Hackfleisch) oder auch Carbonara (klassisch aus rohem Ei und Schinken) haben sich die Italiener noch viel mehr einfallen lassen, um ihre Pasta zu optimieren. Das Pesto ist bspw. eine kalte, in der Regel fleischlose „Soße“ aus Kräutern und Gewürzen, Tomaten, Paprika oder anderer Zustaten, die nur durch die Hitze der Nudeln erwärmt wird, nicht selten dienen auch einfach nur in hochwertigem Olivenöl geschwenkte Gemüsesorten wie Auberginen als schmackhaftes Topping. Und natürlich: Meeresfrüchte in den Küstenregionen.

Pizza – ist natürlich ebenfalls allgegenwärtig. Aber eigentlich gilt nur die traditionelle Margerita als die wirklich einzig wahre Pizza. Orderst du in einem Lokal hingegen eine Pizza Hawai, erntest du schon mal einen schiefen Blick, auch wenn sie bei uns zu den beliebtesten zählen mag. Im direkten Vergleich wirst du auch erkennen, dass frische Pizza in Italien viel besser schmeckt als alles, was du so an Pizza von zuhause kennst, wundere dich aber bitte nicht, wenn sie dann vor dir liegt, denn: traditionell kommt der Käse in Italien nicht auf den Belag, sondern darunter.

Meeresfrüchte vs. Fleisch – ein ziemlicher Kontrast, der hier zwischen Küstengebieten und Hinterland herrscht. Städte am Meer haben natürlich deutlich mehr Auswahl an Fisch und anderen Meerestieren auf der Speisekarte wie bspw. Regionen im Bergland, während das Landesinnere erheblich mehr Fleischgerichte anbietet. Entsprechend ist im Landesinneren auch die Auswahl an Speisen etwas deftiger: Schweinebraten, Spanferkel und gegrilltest Kaninchen wirst du hier sehr oft antreffen.

Antipasti – was dem Spanier sein Tapas ist dem Italiener sein Antipasti, ebenfalls kleine Häppchen, die in der Regel als Vorspeise serviert werden. Trotz der Namensähnlichkeit bedeutet Antipasti aber nicht, dass es sich um Gerichte ohne Pasta handeln muss. Trotzdem handelt es sich meist um eingelegte und gefüllte Kleinigkeiten wie Oliven, Champignons, Auberginen und Artischocken, kleine Gebäckstangen (Crostini) mit Dip, Bohnen und vieles mehr, gerne auch Schinken und Pecorino, dem Pendant zum Parmesan.

Minestrone und Risotto – ebenfalls sehr beliebt, weit verbreitet und für Italien bekannt. Minestrone, das ist im Grunde eine italienische Gemüsesuppe, je nach Zutaten fast schon eine Art Eintopf. Es gibt hier keine klare Regel, aus was sie bestehen muss – ein Blick auf die Speisekarte verrät es. Ähnlich mit dem Risotto, dem typisch italienischen Reisgericht, das nicht nur entfernt verwandt mit der spanischen Paella ist. Und eines solltest du unbedingt glauben: beides ist nicht annähernd zu vergleichen mit dem, was wir hier an Fertiggerichten und Rezepten zu diesen Gerichten aufgetischt bekommen. Jede Region hat hier ihre ganz eigene Art der Zubereitung.

Das essen die Italiener sonst noch

Bruschette oder Bruschetta dürfte dir ein Begriff sein, aber selbst das klassische Schinken- oder Salamibrot steht hoch im Kurs, besonders zwischendurch und wenn es schnell gehen soll. Auch die Pizza ist eher ein „to got“ Essen für den schnellen Appetit und panini sind auch einfach nur belegte Brötchen. Sogar das Sandwich gibt es hier und heißt tramezzini. Zwei Klassiker dürfen ebenfall nicht fehlen: Carpaccio – dünne rohe Rindfleischscheiben mit einer Vinaigrette, sowie Tomaten und Mozzarella. Übrigens: die Auswahl an Salaten ist in Italien hervorragend und keinesfalls nur ein Randprodukt – der Chefsalat hat hier sein Zuhause.

Frisch aus dem Ofen

Unter dem Begriff „al forno“ findest du auf italienischen Speisekarten weitere Klassiker der italienischen Küche. Lasagne und Canneloni beispielsweise. Du wärst überrascht, was die Italiener hier alles auf den Tisch zaubern können und weit mehr wirst du noch überrascht sein, wie wenig sie geschmacklich mit den hierzulande überbackenen Gerichten zu tun haben. Denn in Italien legt man höchste Wert darauf, dass die Zutaten frisch und möglichst viel haus- und selbstgemacht ist. Die Liebe zum Essen findest du in jedem einzelnen Gericht wieder. Versprochen: Danach wirst du nie wieder eine Tiefkühllasagne auch nur aus der Ferne betrachten wollen, kein Foccacia zum Aufbacken und selbst Polenta wird dir plötzlich schmecken. Ehrenwort.

Suche
Suchen
asd